Was ist Reflux?
Unter Reflux versteht man das Zurückfließen von Mageninhalt in die Speiseröhre. Normalerweise verhindert das ein Schließmuskel am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen. Ist diese Barriere gestört, entstehen die typischen Beschwerden: Sodbrennen (Schmerz oder Druck hinter dem Brustbein), saures Aufstoßen, morgendliche Heiserkeit, chronischer Husten oder Bronchitis.
Ursache ist oft die Kombination aus einem schwachen Schließmuskel und einem Zwerchfellbruch (Hiatushernie), bei dem ein Teil des Magens durch die Zwerchfellöffnung in den Brustraum rutscht.
Wann ist eine Operation sinnvoll?
Am Anfang stehen die Umstellung von Ernährung und Lebensgewohnheiten. Bei stark übergewichtigen Patienten empfehle ich zunächst eine Gewichtsreduktion. Damit erreichen viele eine deutliche Besserung. Medikamente verringern die Magensäure, verhindern aber nicht das Zurückfließen des Mageninhalts – und eine lebenslange Einnahme kann Nebenwirkungen und Langzeitfolgen haben. Wird die Schleimhaut der Speiseröhre über Jahre geschädigt, steigt zudem das Risiko für Speiseröhrenkrebs.
Die Operation behebt die Ursache. Bei ca. 90–95 % der Patientinnen und Patienten lässt sich damit eine langfristige Heilung oder zumindest eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität erreichen.
Die Operation
Ich operiere minimalinvasiv in Schlüssellochtechnik (laparoskopisch) in Vollnarkose. Nur bei komplexen Situationen, etwa sehr großen Zwerchfellbrüchen oder nach Voroperationen, kann das Da-Vinci-System einen Vorteil bieten.
Hiatoplastik – Verschluss des Zwerchfellbruchs
Liegt ein Zwerchfellbruch vor, wird der Magen in den Bauchraum zurückverlagert und die Zwerchfellöffnung (Hiatus) auf ein normales Maß eingeengt. Ein Netz verwende ich dabei nur bei sehr großen Brüchen.
Magenmanschette (Fundoplikation)
Danach wird ein Teil des Magens um das untere Ende der Speiseröhre gelegt. So entsteht ein Ventil, das den Reflux verhindert. Ich verwende in der Regel die Toupet-Manschette (270°). Sie ist technisch aufwendiger als die Nissen-Manschette (360°), verursacht aber vor allem im ersten Jahr seltener Schluckbeschwerden, Blähungen oder Probleme beim Aufstoßen und Erbrechen.
Die Operation dauert etwa eine Stunde. Die meisten Patientinnen und Patienten verlassen das Spital am Tag danach.
Nach der Operation
- Schmerzmittel sind meist nur wenige Tage nötig. Bettruhe ist nicht notwendig – bewegen Sie sich ruhig normal.
- In den ersten zwei Wochen sollte man gut kauen, danach ist normales Essen meist wieder möglich und erwünscht.
- In den ersten zwei Monaten schweres Heben und starkes Pressen vermeiden.
Welche Untersuchungen sind vorher nötig?
Am wichtigsten ist das ausführliche Gespräch in einer meiner Ordinationen. Bringen Sie vorhandene Befunde gern mit – und wenn Sie noch keine Untersuchungen hatten, helfe ich Ihnen, diese in die Wege zu leiten.
- Magenspiegelung (Gastroskopie): bei allen Refluxpatienten nötig. Ich führe sie am liebsten selbst durch.
- Schluckröntgen (Videokinematographie): stellt den Schluckakt dar und kann andere Erkrankungen und Bewegungsstörungen der Speiseröhre erkennen. Die Untersuchung sollte in der Ordination von Prof. Pokieser durchgeführt werden, da diese Institution die größte Erfahrung mit dieser Untersuchung in Österreich hat.
- Manometrie und pH-Metrie: Funktionsuntersuchungen der Speiseröhre zur Abklärung vor einer Operation. Welche Messungen erforderlich sind, legen wir anhand Ihrer Befunde fest.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Reflux-Operation?
Etwa eine Stunde. Die meisten Patientinnen und Patienten können das Spital am Tag nach der Operation verlassen.
Was muss ich nach der Operation beim Essen beachten?
In den ersten zwei Wochen sollte man gut kauen, danach ist normales Essen meist wieder möglich und erwünscht.
Welche Manschette verwenden Sie?
In der Regel die Toupet-Manschette (270°). Sie verursacht seltener Schluckbeschwerden und Blähungen als die Nissen-Manschette (360°).